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„Sei du die Patronin des Landes Bayern“

10000 Gläubige aus allen bayerischen Bistümern feiern das 100-jährige Jubiläum „Patrona Bavariae“

Bamberg / München – Sechs Jahre haben sich die bayerischen Katholiken auf diesen Tag vorbereitet, am 13. Mai ist es so weit: Gläubige aus allen sieben Bistümern des Freistaats feiern gemeinsam das 100-jährige Jubiläum des Hochfestes Patrona Bavariae. Dazu versammeln sie sich auf dem Münchner Marienplatz. Darunter auch viele Gläubige aus dem Erzbistum Bamberg, die mit acht Bussen nach München gefahren sind.
Aus sieben Richtungen strömen sie in einer Sternprozession herbei: die Gläubigen aus der Diözese Augsburg vom Stachus, die Bamberger vom Jakobsplatz, die Eichstätter vom Isartor, die Passauer vom Odeonsplatz, die Würzburger vom Max-Josephs-Platz und schließlich die gastgebenden Münchner vom Sendlinger Tor. Viele Prozessionsteilnehmer haben sich die eigens für diesen Anlass gefertigen hellblauben Pilgerschals umgebunden: Auch darauf ist die Patrona Bavariae vom Marienplatz zu sehen, und das Motto der Jubiläumsfeier zu lesen: „Mit Maria auf dem Weg – Mitten im Leben.“
„Mit Maria auf dem Weg – Mitten im Leben“
Auf dieses Motto nimmt der Münchener Weihbischof Wolfgang Bischof, der Beauftragte der Freisinger Bischofskonferenz für den Glaubens- und Gebetsweg anlässlich dieses Jubiläums, in seiner Begrüßung zu Beginn des Gottesdienstes Bezug. Das Leitwort sei wörtlich zu verstehen, betont der Weihbischof: „Mitten in der Landeshauptstadt auf dem Marienplatz versammeln sich alle Bischöfe Bayerns mit den Gläubigen aus den Bistümern Bayerns, um gemeinsam die siebenjährige Wallfahrt zu Marienwallfahrtsorten in allen bayerischen Diözesen mit diesem Gottesdienst abzuschließen.“
Auf dem Platz sind aus diesem Anlass Fahnen gehisst, die die Patrona Bavariae auf der Mariensäule zeigen, das Rathaus wie zu Fronleichnam mit roten Tüchern und Fahnen in den Stadt-, Landes- und Kirchenfarben geschmückt. Davor ist eine Altarinsel aufgebaut. Zur Neufassung eines Marienlieds aus der Zeit des bayerischen Kurfürsten Maximilian I., der 1638 die Mariensäule in München hat errichten lassen, ziehen der liturgische Dienst und die Bischöfe ein. Über Jahrhunderte sei Bayern ein Land, in dem die Gottesmutter in besonderer Weise verehrt werde, sagt Kardinal Marx eingangs. „Wir wollen es heute unterstreichen und betonen und weiterführen in die Zukunft hinein.“
In der Predigt führt er aus: „Es gibt keinen Weg der Kirche ohne Begleitung der Gottesmutter Maria. Sie ist eine zentrale biblische Gestalt, die uns auch ökumenisch verbindet.“ An dieser Stelle dankt der Erzbischof den Vertretern der anderen christlichen Konfessionen für ihr Kommen. Etliche der rund 10000 Anwesenden applaudieren.
Mit dem hundertjährigen Jubiläum des Hochfestes „Patrona Bavariae“ verbinde sich der Auftrag, die christliche Hoffnung in die Gesellschaft – die Politik, die Wirtschaft, die Kultur – hineinzutragen. An dieser Stelle grüßt Kardinal Marx besonders den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, Landtagspräsidentin Barbara Stamm (beide CSU) und Herzog Franz von Bayern, das Oberhaupt des Hauses Wittelsbach, aus dem auch der Begründer des Hochfestes stammt. 1916 – also während des Ersten Weltkriegs – hat König Ludwig III. Papst Benedikt XV. gebeten, Maria zur Patronin der Bayern zu erklären und aus diesem Grund jährlich im Marienmonat Mai ein besonderes Fest abhalten zu dürfen. 1917 – vor genau hundert Jahren – wurde es bereits in allen bayerischen Bistümern begangen.
Am Ende des Gottesdienstes erneuert Kardinal Marx diese Weihe an Maria. „Wir tun dies für unser eigenes Leben, für das Leben derer, die uns anvertraut sind, und wir tun es für ganz Bayern“, erläutert Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg. Dann ziehen der Altardienst und die Bischöfe zu dem von einem russisch-orthodoxen Chor vorgetragenen Ave Maria hinüber zu der mit einer grünen Girlande geschmückten Mariensäule. Dort kniet Kardinal Marx nieder und betet: „Unsere Vorfahren haben dich als ihre Schutzherrin erwählt, als die Herzogin ihres Landes, deren mütterliche Güte über aller menschlichen Herrschaft steht als Zeichen der neuen befreienden Herrschaft Jesu Christi.“
Der Erzbischof fährt fort: „So bitten wir dich in dieser Stunde: Schütze unser Erzbistum vor aller Gefahr und hilf uns, wenn wir mit unseren Sorgen und Nöten, mit unseren Freuden und Hoffnungen zu dir kommen. Sei unsere Fürsprecherin und erbitte uns den Segen deines Sohnes Jesus Christus, den du uns geschenkt hast. Sei du die Patronin des Landes Bayern auch in dieser Zeit. In dem Streit der Parteien sei du Versöhnung und Friede; in den Weglosigkeiten unserer offenen Fragen zeige uns den Weg; die Streitenden versöhne, die Müden erwecke; gib den Misstrauischen ein offenes Herz, den Verbitterten Trost, den Selbstsicheren Demut, den Ängstlichen Zuversicht, den Vorwärtsdrängenden Besonnenheit, den Zaudernden Mut, uns allen aber die tröstende Zuversicht unseres Glaubens.“
Manche der Mitfeiernden halten diesen Moment mit ihren Handykameras fest. Danach singen alle gemeinsam „Maria, breit den Mantel aus“ und Kardinal Marx spendet zu Füßen der Patrona Bavariae den Segen. Als Schlusslied wird die Bayernhymne angestimmt. Dazu schwenken Vertreter der Jugend 2000 die mitgebrachten Deutschland- und Bayernfahnen unter dem weiß-blauen Himmel über dem Münchner Marienplatz.    

Autor: Karin Hammermaier


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