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Auf „Maduro-Diät“

Venezuela: Die führende Erdöl-Exportnation hungert und geht auf die Straße

Caracas – Wenn Nelson Tepedino, Professor für zeitgenössische Philosophie an der Simón Bolívar Universität in Caracas, seine Vorlesungen und Seminare wie geplant halten kann, ist es ein guter Tag für ihn. An anderen muss er seine Lehrveranstaltungen absagen. Zu gefährlich ist es dann, die Wohnung zu verlassen. Straßengangs, linke Guerillakämpfer, rechte Paramilitärs und Drogenkartelle machen das Leben in Venezuela unsicher. Alltag in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, der aktuell eine der höchsten Mordraten der Welt nachgesagt wird.
Und doch gehen die Menschen hier jeden Tag außer Haus. Denn es fehlt ihnen am Lebensnotwendigen: Nahrung, Medikamente, Shampoo, WC-Papier. Und das will besorgt werden. Stundenlang stehen die Menschen vor den Läden an, um die staatlich subventionierten Waren kaufen zu können. Wenn sie Glück haben, stehen sie am Ende mit einem Päckchen Maismehl da, das ihnen niemand entreißt, bis sie zu Hause angelangt sind. Wenn sie Pech haben, gibt es nichts mehr zu kaufen, bis sie dran sind.
„Wirtschaftlich erleben wir eine Art Katastrophe. Wir haben eine Inflation von etwa 800 Prozent. Für unsere Löhne können wir kaum noch etwas kaufen“, beschreibt Nelson Tepedino die Situation. Nur wer über US-Dollar verfügt, kommt noch an die knappen Güter – am Schwarzmarkt. Das aber sind die wenigsten der gut 31 Millionen Venezolaner. Denn sie verfügen nur über die Landeswährung, den Bolívar. Und der ist nichts mehr wert. Das hat Folgen.
„Im Durchschnitt haben die Menschen in Venezuela um neun Kilogramm abgenommen. Von den 20 Euro, die sie im Monat verdienen, können sie sich nicht viel zu essen kaufen. Sie nennen das ‚Maduro-Diät‘, nach ihrem Präsidenten Nicolás Maduro“, berichtet Reiner Wilhelm, Venezuela-Referent des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Der Staat sei so abgewirtschaftet, dass er seine Bürger nicht mehr versorgen könne. Adveniat unterstütze die Kirche in Venezuela mit Geldspenden, damit „das Überlebensnotwendige“ besorgt werden könne. Die katholische Kirche, der mit 96 Prozent fast alle Venezolaner angehören, hat sich auf die Seite des Volkes gestellt, fordert freie Wahlen, freie Meinungsäußerung für alle und die Ausrufung des Notstands.   …

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 21 / 2017



Autor: Dr. Gertrud Pechmann


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