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Eine neue schulische „Fränkische Allianz“

Caritas-Schulen gGmbH aus Würzburg ist neuer Träger des Bamberger Theresianums

Bamberg – Das Theresianum der Karmeliten in Bamberg lebt weiter! Die drohende Schließung des Kollegs und des Spätberufenengymnasiums wurde jetzt durch eine Vertrag abgewendet: ab dem 1. Januar 2018 wird die Caritas-Schulen gGmbh aus Würzburg neuer Schulträger.
Der Provinzial der Deutschen Provinz der Karmeliten, Pater Peter Schröder, und der Caritas-Vorsitzende des Bistums Würzburg, Domkapitular Clemens Biber, unterzeichneten zusammen mit den Geschäftsführern Rudolf Hoffmann aus Würzburg sowie Karmelitenfrater Günter Benker und Rudolf Schöpplein aus Bamberg den Vertrag bei einer Feierstunde im Theresianum.
Schulleiter Karmelitenpater Roland Hinzer berichtete, dass nun zwei Jahre des Hoffens und Bangens um den Weiterbestand der Schulen vorbei seien und das Theresianum nun auf einer soliden Basis stehe. Es sei eine „schwere und lange Geburt“ gewesen, Er dankte allen, die sich dafür einsetzten – darunter Bambergs Bürgermeister Dr. Christian Lange, und Oberfrankens Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler. Besonders dankte er Staatsministerin Melanie Huml, die sich sehr für das Projekt eingesetzt habe, und den vielen Schülerinnen und Schülern, die mit Aktionen um den Weiterbestand ihrer Schulen gekämpft hatten. Auch dankte er dem Vertreter des Erzbistums Bamberg, Generalvikar Monsignore Georg Kestel, dass das Erzbistum dem neuen „ausländischen“ Träger zugestimmt hatte. Insgesamt „freue ich mich total“, dass nun das Theresianum weiterhin Bestand hat.
Provinzial Pater Peter berichtete, es habe nur zwei Optionen gegeben: ein neuer Träger oder Schließen. Die Schülerinnen und Schüler hätten sich sehr für die Schulen eingesetzt, die einen „guten Unterricht mit christlicher Grundeinstellung“ böten. Das Theresianum sei zwar das kleinste Gymnasium Bambergs, es habe aber einen „guten Geist“. Hier könne man einzelne Schüler gut fördern. „Wir freuen uns über den neuen, kompetenten Träger“, betonte er. Um diesen Träger zu finden, seien rund 2500 E-Mails verschickt worden.
Der Würzburger Caritas-Vorsitzende Clemens Biber berichtete, bei der „schweren Geburt“ sei Staatsministerin Huml die „Hebamme“ gewesen. Das Theresianum passe gut in das Portfolio der Würzburger Caritas-Schulen gGmbH. Er selber habe auch den 2. Bildungsweg zum Abitur beschritten und wisse, wie wichtig ein solches Angebot – gerade in kirchlicher Trägerschaft – ist. Menschen würden dort zu zukünftigen Gestaltern der Gesellschaft herangebildet.
 Biber betonte, mit dem Vertrag werde keinesfalls eine „feindliche Übernahme“ unterzeichnet. Der Bamberger Caritasdirektor Gerhard Öhlein und die Erzdiözese hätten dieses Angebot gerne angenommen. Sie seien über diese solide kirchliche Trägerschaft erfreut.
Nach Außen bleibe erstmal alles gleich – es bleibe die „Visitenkarte der Karmeliten“ und nur die Gehaltsabrechnungen hätten dann ein Caritas-Logo aufgedruckt. Wenn sich dann alles im Alltag gut eingespielt habe, sei an eine Erweiterung zu denken – zum Beispiel indem man unbegleiteten, jugendlichen Flüchtlingen hier das Abitur machen lasse und ihnen damit ein Studium ermögliche.
Mit dem Vertrag werde zusammen mit der Erzdiözese Bamberg eine „Fränkische Allianz“ gebildet.
 Der Geschäftsführer der Caritas-Schulen, Rudolf Hoffmann, berichtete, dass die gemeinnützige Gesellschaft eine große Angebotspalette habe: Förderschulen, Berufliche Schulen, Fachakademien, Tagesstätten und Frühförderung. Es würden auch Sonderpädagogen, Altenpfleger und Logopäden (zusammen mit der Universität Würzburg) ausgebildet. Das Theresianum sei nun eine sehr gute Ergänzung und Erweiterung.
Staatsministerin Huml berichtete, dass sie Landtagspräsidentin Barbara Stamm habe für das Projekt gewinnen können. Heute sei ein sehr freudiger Tag, da in Bamberg eine wichtige Schulform erhalten bleibe. Den Caritas-Schulen werde nun ein sehr gut saniertes Haus übergeben. Sie dankte den Vielen, die dabei mitwirkten, dass das Theresianum nun einer guten Zukunft entgegengehe.
Pater Roland, der seit 2004 das Theresianum leitet, erklärte gegenüber dem Heinrichsblatt, der Orden und natürlich er selber seien sehr erfreut, dass der kirchlich-karmelitische Geist des Theresianums erhalten bleibt. Weiterhin könnten nun junge Menschen, die aus dem Berufsleben kommen (eine zweijährige berufliche Tätigkeit nachweisen) am Kolleg Theresianum die allgemeine Hochschulreife erlangen. Auch Absolventen der Mittelschule (ehemals Hauptschule), Wirtschaftsschule und Realschule, die mindestens den qualifizierten Mittelschulabschluss (früher: Quali) haben, könnten über das Spätberufenengymnasium den Weg zum Abitur beschreiten.
Generalvikar Kestel betonte gegenüber dem Heinrichsblatt, dass die Erzdiözese sich freue, einvernehmlich eine so zukunftsträchtige Lösung für das Theresianum mit einem guten Partner gefunden zu haben.
Ein offizieller Festakt zur „Übergabe“ mit zahlreichen Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft sowie der ganzen Schulgemeinschaft beginnt am Freitag, 19. Januar 2018, um 11 Uhr in und an der Schule. Der nächste Info-Tag für das neue Schuljahr ist für Samstag, 27. Januar, geplant. Informationen über das schulische Angebot sind jederzeit am Theresianum zu erhalten (auch unter der Telefonnummer 09 51 / 95 22 40).

Autor: Andreas Kirchhof


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