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Harmonisches ökumenisches Miteinander

Erzbischof Ludwig Schick predigte am Reformationstag in der evangelischen Stadtkirche von Coburg


Foto: Andreas Kuschbert

Coburg – Beim Kirchenkreis-Kirchentag des evangelischen Kirchenkreises Bayreuth am Reformationsfest in Coburg stand die versöhnte Verschiedenheit der christlichen Konfessionen im Mittelpunkt. Das harmonische ökumenische Miteinander und viel ökumenische Symbolik prägten die Veranstaltung zur 500-jährigen Wiederkehr des vermuteten Thesenanschlags von Martin Luther am 31. Oktober des Jahres 1517 an die Türe der Schlosskirche in Wittenberg. Und es war ein besonderes Zeichen der Ökumene, dass Erzbischof Dr. Ludwig Schick während des Festgottesdienstes in der evangelischen St. Moriz-Kirche zusammen mit Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner gemeinsam die Predigt hielt.
In der Predigt beleuchteten Schick und Greiner die „Sola der Reformation“ aus ökumenischer Sicht. Während Greiner sich den Themen „sola scriptura“ (allein durch die Schrift) und „sola gratia“ (allein durch die Gnade) zuwandte, predigte der Bamberger Oberhirte über das „solus Christus“ (allein durch Christus) und das „sola fide“ (allein durch den Glauben).
„Seit der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre von 1999 ist klar, dass diese vier Soli nicht mehr trennend zwischen der lutherischen und der römisch-katholischen Kirche stehen, sondern unsere Kirchen verbinden, weil wir sie gemeinsam bekennen“, sagte Greiner.
Der Ausdruck „solus Christus“ mache nach den Worten von Erzbischof Ludwig deutlich, dass die Heilige Schrift kein Selbstzweck sei, sondern dass in den durch den Heiligen Geist inspirierten Worten der Bibel Jesus Christus zur Sprache gebracht werde. „Jesus Christus ist die Mitte der Schrift. Das Alte Testament bereitet ihn vor, die Evangelien verkünden ihn, die Apostelgeschichte, die Apostelbriefe bis zur Offenbarung des Johannes legen ihn aus und konkretisieren ihn.“ Christen brauchten die Heilige Schrift, um den „solus Christus“ wirklich zu kennen. Sie verkünde, dass uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben ist, durch den wir gerettet werden sollen.
Der Ausdruck „sola fide“ bezeichnet ein Grundelement der reformatorischen Rechtfertigungslehre, wonach der Mensch „allein durch seinen Glauben“ das ewige Leben erlangt. „Wenn Jesus Christus allein Heil und Leben ist, dann ist der Glaube an ihn der einzige Weg zum Heil“, sagte der Erzbischof. „Wir werden nicht erlöst durch Werke, sondern durch den Glauben an den Heiland und Erlöser Jesus Christus.“ Dieser Glaube sei zuerst personale Beziehung zum menschgewordenen Gottessohn, aus der sich konkrete Inhalte und Forderungen im Leben ergeben.
„Sola fide“ sei früher ein Kampfbegriff der protestantischen Theologie gegen die katholische Lehre gewesen. Diese Kontroverse sei heute aber kein Thema mehr, betonte Schick: Gemeinsam hörten und beherzigten Protestanten und Katholiken das Wort des heiligen Paulus an die Galater: Denn in Christus Jesus kommt es darauf an, „den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.“ Glauben sei ein Tuwort, der Glaube müsse getan werden durch die Liebe. Wer die Liebe im alltäglichen Leben, in familiären, beruflichen, sozialen und politischen Taten erfülle, der habe den Glauben und verstärke den Glauben.
Am Nachmittag kamen Schick und Greiner in der Salvatorkirche zusammen, um zusammen mit Moderatorin Claudia Dinges über die Ökumene, das Reformationsgedenkjahr und die Zukunft der Kirchen zu sprechen. Dabei zeigten sich der Bamberger Erzbischof und die Bayreuther Regionalbischöfin dankbar für die vielen gemeinsamen Veranstaltungen während des Reformationsgedenkjahres.   …

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 46 / 2017



Autor: Andreas Kuschbert


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