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Dekane bewerten bisherigen Strukturprozess unterschiedlich

Strukturprozess im Erzbistum Bamberg

Bamberg – Die Zahl der Priester und der hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter sinkt. Unter anderem deswegen hat das Erzbistum Bamberg nach 2006 erneut einen Strukturprozess gestartet. Seit dem Hirtenwort des Erzbischofs im September läuft die sogenannte Findungsphase.
Mindestens fünf hauptamtliche pastorale Mitarbeiter, davon zwei Priester sollen in einem Team sein. Diese werden in ländlichen Regionen künftig mindestens 12 000, in der Stadt sogar 17 000 Katholiken betreuen. Die Redaktion des Heinrichsblattes hat alle 21 Dekane angeschrieben und ihnen drei Fragen gestellt. In dieser Ausgabe veröffentlichen wir die Antworten der 1. Frage, sofern die Dekane uns geantwortet haben.

Wie bewerten Sie den Ablauf des bisherigen Prozesses?
Martin Emge, Forchheim
Mit der Vorstellung des neuen Stellenplanes auf der Ebene der Region IV im Oktober 2016 und den Gesprächen unserer Regionalreferentin mit den Seelsorgebereichsräten im Frühjahr 2017 haben einige Pfarreien, Konveniats und eine Stadtsynode in Forchheim die Fragen der Strukturreform aufgegriffen. Manche Seelsorgebereiche waren hier sehr eifrig und bereits weiter fortgeschritten im Klärungsprozess, andere blieben eher zurückhaltend. Mit dem Hirtenwort im September 2017 und dem Leitfaden hat der Prozess mehr Gleichzeitigkeit bekommen und verläuft auf breiter Fläche strukturierter.

Markus Schürrer, Neustadt an der Aisch
Der Prozess in unserem Dekanat Neustadt/Aisch ist differenziert zu betrachten. Gemeinden, Haupt- und Ehrenamtlichen ist bewusst, dass wir künftig enger zusammenrücken müssen und dass manches auch Kompromisse und schmerzhafte Einschnitte erfordert. Erfreulich viele sind bereit, den Prozess mitzugehen. Auf der anderen Seite ist immer wieder eine Überforderung festzustellen, da in unserem Diasporadekanat aufgrund der großen Distanzen eine Kooperation auf Gemeindeebene für viele nur schwer vorstellbar ist.

Josef Dobeneck, Erlangen
Gespräche über den Strukturprozess haben bereits in allen Pfarreien und Seelsorgebereichen stattgefunden. Die Pfarrei Herz-Jesu in Erlangen hatte zu einem thematischen Tag über das Heidelberger Stadtkirchenmodell eingeladen, das auch für Erlangen von Interesse sein könnte. Zum Dezember-Konveniat waren die Pfarrgemeinde- und Seelsorgebereichsvorsitzenden eingeladen, um sich gegenseitig über die Planungen zu informieren und den momentanen Sachstand festzustellen. Die Planungen sind bis jetzt unterschiedlich verlaufen. Manche haben bereits konkrete Vorstellungen, mit wem sie sich zusammenschließen wollen und mit wem nicht. Ausgestanden ist der Prozess noch längst nicht und es ist zu hoffen, dass er auf gleicher Augenhöhe und ohne Druck zwischen den Seelsorgebereichen geschehen kann.

André Hermany, Fürth
Der Ablauf ist in einem sehr stringenten zeitlichen Rahmen gepackt worden. Gerade im Blick auf die Neuwahlen der Pfarrgemeinderäte macht es nicht wenig Anstrengungen, Entscheidungen zu votieren. Die Vielzahl der Begriffe, Findungsphase, Projektteams, und so weiter sind etwas mühselig und sperrig, weil nicht wenige Gemeinden längst weiter im Denken sind. Die Handreichungen sind manchmal eher verwirrend als hilfreich. Zuviel Papier, dass wenig Laune macht, gelesen zu werden.

Stefan Alexander, Neunkirchen am Sand
Die Pfarreien in unserem Dekanat legen ein ganz unterschiedliches Tempo vor. In manchen Projektteams gab es schon zahlreiche Gespräche, auch mit potentiellen neuen Partnern. Andere Pfarreien haben sich erst einmal zu dem Thema getroffen. Auch die Stimmung ist sehr gemischt. Manche sehen eher die Gefahren und Risiken, andere auch Chancen und wieder andere sehen es eher gelassen. Ehrlicherweise muss man sagen: Gewünscht hat sich diesen Prozess niemand; er ist natürlich aus der Not heraus geboren. Und dabei ist es nicht nur der vielerorts zitierte Priestermangel. In allen kirchlichen Berufsgruppen fehlt es an Nachwuchs. Aber auch die Situation in den Gemeinden und in der Gesellschaft verändert sich; das Ehrenamt verändert sich. Den meisten ist schon bewusst, dass es ein „einfach weiter so“ nicht geben kann.

Johannes Reinsch, Hirschaid
Der Ablauf ist sehr unkonkret und undurchsichtig!

Lars Rebhan, Lichtenfels
Die hinter dem Prozess stehende Idee, die Gemeinden vor Ort bei der Bildung der neuen Seelsorgebereiche zu beteiligen, ist ein guter Weg, der versucht viele mitzunehmen in der Entwicklung der neuen Struktur. Dabei ist eine Ungleichzeitigkeit im Erzbistum zu beobachten, sowohl was das Tempo des Prozesses angeht als auch bereits stattgefundene „Annäherungen“ und Konkretisierungen. Der vorgegebene Zeitplan gibt ein hilfreiches, wenn auch für manche sehr starr empfundenes Gerüst der Umsetzung. Inwieweit die Ehrenamtlichen vor Ort die Bedeutung der Zusammenschlüsse in ihren Folgen erfassen können, ist unterschiedlich und bleibt bisweilen offen. Auch ist die Komplexität des Prozesses für manche Ehrenamtlichen eine Überforderung.

Hans-Peter Kunert, Ansbach
Positiv waren transparente Information, zum Beispiel Regionalkonferenzen, und die Vorgabe der formalen Schritte. In den letzten Monaten wurde die Thematik intensiv diskutiert im Pfarrgemeinderat, allgemeinen Ausschuss beziehungsweise Pastoralausschuss. Mehrmals war Regionalreferent Mennes als Moderator dabei. Da der Anlass kein positiver Aspekt, sondern Mangelverwaltung ist, passierte das mit entsprechender Euphorie.

Thomas Teuchgräber, Kronach
Der Gesprächsprozess ist im Dekanat Kronach in allen Seelsorgebereichen in Gang gekommen. Zum Teil fanden auch schon die Kontaktgespräche statt.

Hubertus Förster, Nürnberg
Nürnberg hat einen etwas modifizierten Weg eingeschlagen, sich nicht mit größeren Seelsorgebereiche zu begnügen, sondern über die nächsten zehn Jahre hinaus ein Zukunftsbild zu entwerfen, wie angesichts einer Halbierung des Pastoralen Personals (Priester wie „Laien“-Theologen) in zehn Jahren künftig pastorales Wirken in der Großstadt vielleicht möglich sein könnte.

Regionalreferent Dr. Ulrich Ortner, Bamberg
Die Seelsorgebereiche in der Region III sind zum großen Teil schon aktiv geworden und haben sich mit der Erstellung ihrer Voten befasst. Einige Beschlüsse liegen bereits vor. Ich bin zuversichtlich, dass bis Mitte Januar von allen Seelsorgebereichen die Voten der Projektteams vorliegen werden.
(Anmerkungen der Redaktion: Der Bamberger Dekan Günter Höfer hat auf seinen Regionalreferenten, Diakon Dr. Ulrich Ortner verwiesen, der dann für die gesamte Region Bamberg geantwortet hat.)

Die Frage in der nächsten Ausgabe lautet: Welche konkreten Veränderungen der Seelsorgebereiche sind bei Ihnen in Planung?

Autor: Christoph Gahlau


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