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Den Geist Jesu in die Welt tragen

Erzbischof Ludwig Schick eröffnete in Hof mit 600 „Königen“ und Sternträgern die 60. Sternsingeraktion


Foto: Andreas Kirchhof

Hof – Es war kein gewöhnlicher Anblick, der sich in der Hofer Innenstadt bot: Rund 600 Jungen und Mädchen, ausgestattet mit königlichen Gewändern, Kronen, Sternen und Weihrauch, zogen gemeinsam mit Erzbischof Ludwig Schick in einer feierlichen Prozession durch die Straßen. Bevor die Sternsingerinnen und Sternsinger an den Tagen rund um den 6. Januar von Haus zu Haus gehen werden, um den Segen zu bringen und Spenden für Not leidende Kinder zu sammeln, fand am Freitag vor Silvester in Hof die diözesane Eröffnung der 60. Sternsingeraktion statt. Auch am Rathaus bei Bürgermeister Eberhard Siller machten die Sternsingerinnen und Sternsinger dabei Halt.
Das Motto der 60. Aktion Dreikönigssingen, kurz Sternsingeraktion, lautet „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit“. Jedes Jahr stehen ein anderes Land und ein anderes Thema im Mittelpunkt. Die Sternsingerinnen und Sternsinger werden so altersgerecht für die Not von Kindern und Jugendlichen weltweit sowie für globale Zusammenhänge sensibilisiert. Dabei geht es vor allem um Solidarität mit benachteiligten Gleichaltrigen in der ganzen Welt.
So schrieben die kleinen und großen Königinnen und Könige, die aus dem ganzen Erzbistum nach Hof gekommen waren, bei der Eröffnungsfeier ihre Segenswünsche für Kinder in Indien auf Stoffstreifen und knüpften diese an einen gemeinsamen Teppich. „Frieden“ war darauf genauso zu lesen wie „faire Löhne“ oder „dass ihr in die Schule gehen könnt“. Auch beim Auftakt in der Kirche St. Marien stand das Beispielland Indien im Mittelpunkt, das den Sternsingerinnen und Sternsingern mit einem Rollenspiel und Tanz näher gebracht wurde.
 Bei der anschließenden Prozession zogen die 600 Jungen und Mädchen – die jüngsten von ihnen neun Jahre, die ältesten über 18 – gemeinsam mit ihren Begleiterinnen und Begleitern sowie Erzbischof Ludwig Schick durch die Hofer Innenstadt. Einen Stopp legten sie am Rathaus ein, an dem sie von Bürgermeister Eberhard Siller empfangen wurden. Dort schrieben sie den traditionellen Segen C*M*B (Christus mansionem benedicat) an die Rathaustür. „Egal ob wir katholisch oder evangelisch sind, wir freuen uns immer, wenn die Sternsinger klingeln, den Segen bringen und um Spenden bitten“, sagte Siller. Er bedankte sich bei den Sternsingerinnen und Sternsingern sowie deren Begleiterinnen und Begleitern und wünschte ihnen für die Aktion alles Gute und Gottes Segen.
Den Abschluss der Aussendung feierten die Jungen und Mädchen in der Kirche St. Konrad. „Wenn ihr von Haus zu Haus zieht, macht ihr das auch, um Zeugnis von Christus abzulegen“, sagte Erzbischof Schick in seiner Predigt zu ihnen. Der Geist Jesu sei bereits in vielen Teilen der Welt angekommen. So könnten Kinder in Deutschland und in anderen Ländern in Europa in die Schule gehen, sie hätten in der Regel genug zu essen und meist keine Geldsorgen. Das sei jedoch nicht auf der ganzen Welt so. „Ihr helft mit eurem Einsatz, dass der Geist Jesu auch in andere Teile der Welt getragen wird“, betonte Schick.
Als Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz habe er selbst schon oft Schulen, Krankenhäuser oder Werkstätten in der ganzen Welt besucht, die mit Hilfe der Spenden aus der Sternsingeraktion finanziert worden seien. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass er an dem Tag nicht seinen „normalen“ Bischofsstab trug, sondern einen, der in einer bolivianischen Lehr- und Lernschreinerei gefertigt wurde. Ein Schild an der Schreinerei zeige, dass sie „von Sternsingern gesponsert“ wird.
Der Erzbischof betonte, unsere Welt habe genug Gaben, um alle Menschen zu ernähren und zu versorgen. Das Problem sei ein Verteilerproblem. „Wenn wir mehr teilen, dann kann die Welt eine Welt Jesu werden. Das, was ihr tut, hilft vielen Kindern und Jugendlichen, das weiß ich aus eigener Erfahrung“, motivierte er die Sternsingerinnen und Sternsinger für ihren Einsatz in den kommenden Tagen.
Ein durchweg positives Fazit von der Eröffnung der 60. Sternsingeraktion, die in diesem Jahr erstmals in Hof, einem der nördlichsten Punkte der Erzdiözese Bamberg, stattfand, zog Eva Fischer, die als ehrenamtliche Diözesanvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) für die Organisation und Durchführung mitverantwortlich war. „Für die Sternsingerinnen und Sternsinger war es ein großes Erlebnis zu sehen, dass es so viele von ihnen gibt, und sie konnten spüren, dass sie gemeinsam viel erreichen können“, sagte sie.
Die Aktion Dreikönigssingen, die gemeinsam vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem BDKJ getragen wird, gibt es bereits seit 1959. Rund um den 6. Januar ziehen die Sternsingerinnen und Sternsinger in den Gewändern der Heiligen Drei Könige in ganz Deutschland von Haustür zu Haustür, bringen den Segen und bitten um Spenden. Inzwischen ist das Dreikönigssingen die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.
Mehr als eine Milliarde Euro wurden seit dem Start 1959 gesammelt, über 71 700 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 59. Aktion zum Jahresbeginn 2017 sammelten die rund 300 000 Mädchen und Jungen etwa 46,8 Millionen Euro. Im Erzbistum Bamberg kamen bei der Sternsingeraktion 2017 über 1,5 Millionen Euro zusammen.
Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

Autor: Ann-Kathrin Thönnes / Andreas Kirchhof


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