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„Lebendige Brückenbauer vor Ort“

Über 350 Ehepaare kamen zum Ökumenischen Ehefest nach Vierzehnheiligen


Foto: Andreas Kuschbert

Vierzehnheiligen - Es sei keine leichte Zeit für sie gewesen, als sie sich vor 25 Jahren als „konfessionsverschiedenes“ Ehepaar in ihrem streng katholischen Ort im Frankenwald trauten, vor den Altar zu treten und kirchlich zu heiraten. „Aber unsere Liebe war stark genug, um alles gemeinsam durchzustehen.“ Und so empfand das Ehepaar aus dem Frankenwald den vergangenen Sonntag als eine Wohltat, „denn wir sehen, dass die Kirche an unserer Seite ist“. So dachten mit Sicherheit auch viele der über 350 Paare, die in einer konfessionsverbindenden Ehe leben und zum Ökumenischen Ehefest nach Vierzehnheiligen gekommen waren. Und so manches Ehepaar stiftete eine Kerze für die lange gemeinsame Zeit, die es miteinander verbringen durfte.
Im Reformationsgedenkjahr hatten die Erzdiözese Bamberg, der Kirchenkreis Bayreuth und die Bildungshäuser in Vierzehnheiligen besonders Ehepaare, die seit 25 und 50 Jahren verheiratet sind, zu einem Fest der Begegnung und zu einem Gottesdienst in der Basilika eingeladen.
Auf Initiative von Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner fand ein solches Fest erstmals im Jahr 2013 in Craheim statt. „Aber heute sind mehr als doppelt so viele Paare wie damals gekommen“, stellte Greiner angesichts der übervollen Basilika Vierzehnheiligen erfreut fest. Und sie zeigte sich im Gespräch mit dem Heinrichsblatt dankbar, dass das Erzbistum Bamberg die Idee von damals aufgegriffen hat und zu diesem Ehefest eingeladen hat.
In ihrer Interview-Predigt, die von Josef Gründel vom Ökumenereferat des Erzbistums moderiert wurde, zeigten sich Generalvikar Prälat Georg Kestel und die Regionalbischöfin des Kirchenkreises Bayreuth dankbar für die Paare, die in einer konfessionsverbindenden Ehe leben. „Sie sind der Kirche ein ganzes Stück voraus“, konstatierte Dorothea Greiner während des Segnungsgottesdienstes. „Sie teilen schon jetzt am Tisch gemeinsam das Brot und sind damit ein Symbol für das, was zwischen den Konfessionen noch geschehen kann“, konstatierte die Regionalbischöfin.
Ebenso wie sie, sah auch Generalvikar Kestel diese Ehepaare als lebendige Brückenbauer vor Ort. „Sie geben ein großes Glaubenszeugnis und ein großes ökumenisches Zeichen hinein in eine komplexe Welt“, so Georg Kestel. „Wenn das christliche Zeugnis in eine Ehe und in eine Familie hineingetragen wird, dann kann das belebend und heilsam für alle sein“, konstatierte der Generalvikar. Wichtig sei dabei aber auch immer die Liebe zueinander, ohne die das Zusammenleben nicht möglich sei. Durch sie seien die Spuren Gottes im Leben zu spüren, sei erfahrbar, dass Gott seine schützende Hand auch über diese Ehen hält.  
Sowohl der Generalvikar als auch die Regionalbischöfin baten die Ehepaare um Vergebung für das, was ihnen die Kirche in der Vergangenheit angetan habe. „Es ist viel geschehen, was nicht hätte geschehen dürfen“, sagte Dorothea Greiner. „Das entsprach nicht der Liebe Jesu Christi zu den Menschen.“
Das Ehefest könne nach Kestels Worten der Anlass zu einer Gewissenserforschung und zu einem Schuldbekenntnis der Kirche sein. „Die Traditionen und die Gesellschaft waren damals einfach anders“, so der Generalvikar. Heute sei vieles einfacher, gebe es vielfach ein Entgegenkommen der Kirche bei Eheschließungen von konfessionsverbindenden Ehen.
Georg Kestel und Dorothea Greiner riefen mit Blick auf junge Paare dazu auf, nicht so schnell aufzugeben und um ihre Liebe und ihre Ehe zu kämpfen. „Geht gemeinsam in die Kirche“, sagte die Regionalbischöfin, „bittet gemeinsam um den Segen Gottes“, ergänzte der Generalvikar.
Und diesen Segen ließen sich dann die Ehepaare während des Gottesdienstes geben. Sechs katholische und sechs evangelische Geistliche spendeten den Paaren an zwölf Stationen in der Basilika einen ganz individuellen Segen.
So gestärkt für den weiteren Lebensweg kamen die Paare im Anschluss im Diözesanhaus zusammen, um gemeinsam diesen besonderen Tag bei Essen, Trinken und Musik ausklingen zu lassen.

Autor: Andreas Kuschbert


Bilder zum Artikel

Generalvikar Georg Kestel und regionalbischöfin Dorothea Greiner beim Einzug der Liturgen in die Basilika. · Foto: Andreas Kuschbert Gelb oder violett? Welche Konfession spielt die größere Rolle in den konfessionsverbindenden Ehen? · Foto: Andreas Kuschbert Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner bei der Interview-Predigt. · Foto: Andreas Kuschbert Katholische und evangelische Geistliche - hier Domvikar Professor Elmar Koziel - segneten die Paare einzeln. · Foto: Andreas Kuschbert Lange Schlangen bildeten sich in der Basilika Vierzehnheiligen, als die Paare zum Einzelsegen gingen. · Foto: Andreas Kuschbert

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