Nürnberg (KNA) – In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Betreuung und Erziehung von Kindern deutschlandweit fast verdoppelt. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mit. Demnach waren es 2014 rund 691.000 Personen, 2024 hingegen rund 1,03 Millionen. Auch 2024 sei die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um etwa drei Prozent gestiegen.
Allerdings gebe es nach wie vor Unterschiede zwischen Erziehern und Kinderpflegern, heißt es weiter. Während in der Kinderpflege ausreichend Fachkräfte vorhanden seien, bestünden bei Erziehern weiter Engpässe. Zugleich weise die Statistik große regionale Unterschiede aus: Im Saarland sowie in Bayern und Niedersachsen gebe es weniger Arbeitssuchende als offene Stellen, in Hamburg, Sachsen, Berlin und Thüringen jedoch deutlich mehr.
Mehr Erzieher schließen Ausbildung ab
Mit Blick auf die Nachwuchskräfte zeige sich, dass 2023 mehr als 35.000 Personen eine schulische Erzieherausbildung abgeschlossen hätten, so die Mitteilung. Das seien 11 Prozent mehr als im Jahr zuvor, was allerdings auch daran liegen könnte, dass einige Abschlussprüfungen aufgrund der Corona-Pandemie verschoben worden seien. Dennoch hätten zuletzt mehr als 38.000 Personen die Ausbildung begonnen, was etwa ein Drittel mehr sei als zehn Jahre zuvor.
Weitere 6.500 junge Menschen hätten eine Ausbildung zum Kinderpfleger oder zum Sozialpädagogischen Assistenten abgeschlossen. In diesem Bereich gehe die Zahl der Absolventen allerdings seit 2017 tendenziell zurück.
Den Angaben zufolge arbeiten etwa drei Viertel der Beschäftigten dieser Berufsgruppen in Kindergärten und -krippen. Die übrigen seien in Kinderheimen, Schulen oder Privathaushalten tätig. Der Männeranteil in der Kinderbetreuung und -erziehung liege bei elf Prozent. Im Median verdienten die Beschäftigten 3.767 Euro, das sind etwa 30 Euro weniger als der Medianlohn über alle Branchen hinweg. Allerdings gebe es auch hier regionale Unterschiede: In Hessen hätten die Beschäftigten 2023 im Schnitt 3.907 Euro verdient, in Mecklenburg-Vorpommern jedoch nur 3.539 Euro.