El Paso (KNA) – Mehrere tausend Menschen haben in der texanischen Grenzstadt El Paso einen sofortigen Stopp der Massenabschiebungen aus den USA gefordert. Zu der Protestveranstaltung am Montagabend (Ortszeit) hatte die Diözese El Paso aufgerufen. "Ich habe gehofft, dass so viele kommen, aber ich aber es auch nicht unbedingt erwartet", sagte El Pasos Bischof Mark Seitz der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) über die Teilnehmerzahl.
Weiter betonte Seitz: "Es freut mich auch, dass Bischöfe aus aller Welt gekommen sind, um hier und heute ein Zeichen zu setzen. Wir hoffen, dass der Rest der Welt das zur Kenntnis nimmt."
Durch das Mittelmeer und afrikanische Wüsten
Auch Rom hatte einen Kurienkardinal geschickt: Fabio Baggio von der vatikanischen Sozial- und Entwicklungsbehörde erinnerte an die Toten auf den verschiedenen Migrationsrouten der Welt. Diese führten über das Mittelmeer, durch Asien, afrikanische Wüsten oder durch Lateinamerika. Baggio gehört zu einer Gruppe von prominenten Geistlichen aus Kanada, Mexiko, Zentralamerika und den USA, die sich solidarisch mit dem Protestmarsch von El Paso zeigten.
Auf der Plaza San Jacinto in der Innenstadt berichteten außerdem Vertreter von Menschenrechtsorganisationen von dramatischen Mittelkürzungen. So sei die Unterstützung für die juristische Begleitung von allein reisenden Kindern gestoppt worden. Diese Kinder müssten sich nun allein vor Gericht zurechtfinden.
El Paso ist einer der bekanntesten Grenzstädte in den USA. Bei den Präsidentschaftswahlen 2024 gewann Kamala Harris im "El Paso County" entgegen dem allgemeinen texanischen Trend mit 56,9 Prozent gegen Trump. Er erhielt 41,8 Prozent der Stimmen.
Tief im Südwesten von Texas gelegen war El Paso stets eine Stadt, die von und mit der Migration gelebt hat. Doch damit soll jetzt Schluss sein, geht es nach der neuen US-Regierung. Diese setzt auf Massenabschiebungen und plant, so schnell wie möglich gültige Aufenthaltsgenehmigungen zurückzuziehen. Das beeinflusst den Alltag der Migration enorm: Es herrschen Ungewissheit und Zukunftsängste.