Augsburg (KNA) – Die Träger gemeinnütziger und kirchlicher Kliniken fordern zusätzliche Milliardenhilfen der künftigen Bundesregierung. "Immer mehr Kliniken stehen vor dem wirtschaftlichen Aus," sagte die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). Gemeinnützige Kliniken hätten weder hohe Rücklagen, noch erhielten sie nötige Kredite oder kommunale Zuschüsse. "Die Politik muss schnell handeln und eine Krankenhausreform umsetzen, die kurzfristig greift", forderte die frühere Gesundheitsministerin.
Der Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, warnte davor, dass Kliniken kirchlicher und sozialer Träger schon jetzt am stärksten bedroht seien: "Achtzig Prozent der Insolvenzen betreffen die freigemeinnützigen Krankenhäuser, obwohl sie insgesamt nur etwa ein Drittel der Klinikstandorte ausmachen", sagte Gaß.
Caritas sieht Gefahr für ländlichen Raum
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa warnte davor, dass auch die vom bisherigen SPD-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach durchgesetzte Krankenhausreform auf Kosten der gemeinnützigen Kliniken gehe. Die Caritas befürchtet, dass bedarfsnotwendige Häuser der Grund- und Regelversorgung insbesondere im ländlichen Raum die Reform nicht überleben.
"Wir werben für den Erhalt konfessioneller Kliniken aus Überzeugung", betonte die Chefin der katholischen Sozialorganisation mit Blick auf eine werteorientierte Medizin und Pflege. "Wir fordern in einem ersten Schritt, dass die inflations- und tarifbedingten Kostensprünge aus den Jahren 2022 und 2023 durch eine Brückenfinanzierung ausgeglichen werden, um weitere Insolvenzen von bedarfsnotwendigen Häusern zu vermeiden."
Auch der Chef des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes, Christoph Radbruch, betonte, dass ohne fehlenden Inflationsausgleich seit vielen Jahrzehnten wirtschaftlich gut geführte Häuser inzwischen in existenzielle Not gerieten. "Anders als kommunale Kliniken können freigemeinnützige Einrichtungen ihre Defizite nicht durch kommunale Zuschüsse decken", betonte Radbruch. Die Rücklagen vieler Träger seien aufgebraucht. "Unsere klare Forderung an die Bundesregierung: Ein fairer Inflationsausgleich für alle Klinikträger ist überfällig."