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Jesuiten gehen im Fall Rupnik auf mutmaßliche Opfer zu

Rom (KNA) – Neue Bewegung im Fall des früheren Jesuitenpaters Marko Rupnik, der von vielen Frauen beschuldigt wird, sie verführt und sexuell ausgenutzt zu haben: Der im Jesuitenorden für den Fall zuständige "Delegat", Pater Johan Verschueren, hat laut italienischen Medienberichten vom Donnerstag einen Brief an die Anwältin der Opfer, Laura Sgro, geschickt.

 

Darin schreibt er, dass der Jesuitenorden erschüttert sei angesichts der Leiden der Opfer und der Tatsache, dass diesen kein Gehör geschenkt und keine Gerechtigkeit zuteil werde. Sgro bestätigte den Brief gegenüber mehreren Medien und sprach laut "Messaggero" von einem "wichtigen Schritt", der deutlich mache, dass nun ein kirchenrechtlicher Prozess gegen Rupnik beginnen müsse.

 

Der für solche Prozesse im Vatikan zuständige Präfekt des Glaubensdikasteriums, Kardinal Victor Fernandez, hatte unlängst erklärt, dass seine Behörde kurz davor stehe, einen Strafprozess zu beginnen. Es sei allerdings schwierig, dafür geeignete Richter zu finden. Ein kirchenrechtliches Strafverfahren gegen Rupnik ist auch deshalb schwierig, weil die Übergriffe, die ihm zur Last gelegt werden, keine Minderjährigen betrafen.