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Prominente Christen im neuen Bundestag

Berlin (KNA) – Am 25. März hat sich der Bundestag konstituiert. Unter den 630 Abgeordneten waren auch wieder viele bekannte Katholiken und Protestanten: Zu den prominenten katholischen Köpfen der neuen CDU / CSU-Fraktion gehören Friedrich Merz, Generalsekretär Carsten Linnemann und Jens Spahn. 

 

Dazu kommen neben anderen das ehemalige Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Armin Laschet, die Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Mechthild Heil, und die Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB), Anja Karliczek, die beide weiterhin auch im ZdK vertreten sind. Auch der bisherige religionspolitische Sprecher der Union, Protestant Thomas Rachel, ist weiter dabei. 

 

Nach der Union ist die in Teilen gesichert rechtsextreme AfD zweitstärkste Fraktion im Bundestag. Zu den bekanntesten AfD-Parlamentariern, die einer Kirche angehören, zählt Beatrix von Storch, die regelmäßig am jährlichen „Marsch für das Leben“ von Abtreibungsgegnern in Berlin teilnimmt und für ein traditionelles Familienbild wirbt. Außerdem forderte die Protestantin in der Vergangenheit ein Ende der Kirchensteuer. 

 

Neu in den Bundestag eingezogen ist der Katholik Maximilian Krah, der den ultrakonservativen Traditionalisten nahesteht. In der Vergangenheit war er unter anderem als Rechtsanwalt für die traditionalistische Piusbruderschaft aktiv und kümmerte sich in deren Auftrag jahrelang um millionenschwere Vermögenstransaktionen. Krah bezeichnete in einem Interview die Kirche in Deutschland als „Idiotenveranstaltung“ und Papst Franziskus als „katastrophal“. 

 

Wiedereinzug

 

Zu den prominenten Protestanten bei der SPD – nur noch drittstärkste Fraktion – gehören etwa der noch amtierende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und die Parlamentarische Staatssekretärin in seinem Haus, Kerstin Griese. Heil sitzt im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Griese ist Mitglied in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und hat in ihrer Fraktion lange Jahre als Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften gearbeitet. Neu im Parlament ist die amtierende Bundesinnenministerin Nancy Faeser, die katholisch ist. Den Wiedereinzug in den Bundestag schafften der bisherige religionspolitische Sprecher der SPD, Lars Castellucci, und der bisherige Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Frank Schwabe. Sie gehören beide der evangelischen Kirche an. 

 

Die wohl prominenteste christliche Stimme bei den Grünen bleibt Katrin Göring-Eckardt. KGE, wie sie intern genannt wird, war von 2009 bis 2013 Präses der EKD-Synode, deren Mitglied sie weiterhin ist. Außerdem war sie 2011 Präsidentin des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dresden. 

 

Ein weiterer Grünen-Abgeordneter mit kirchlichen Bezügen ist Konstantin von Notz, der in den vergangenen Jahren auch religionspolitischer Sprecher war. Auch der Katholik Max Lucks konnte sein Mandat verteidigen. Er bezeichnete sich in seiner ersten Rede, bei der es um Religionsfreiheit ging, als schwuler Katholik. Von der AfD erntete er für seinen Auftritt viel Häme. Die Katholikin Agnieszka Brugger, die in ihrer Fraktion vor allem für Friedens- und Sicherheitspolitik zuständig ist, sitzt ebenfalls erneut im Bundestag.

 

Der mit Abstand prominenteste Christ in den Reihen der Linken ist Bodo Ramelow. Der ehemalige Ministerpräsident von Thüringen hat sich in der Vergangenheit immer wieder öffentlich zu seinem evangelischen Glauben bekannt, unter anderem im vergangenen Jahr beim Katholikentag in Erfurt. 

 

Traditionell laden die Kirchen sie, aber auch alle anderen Abgeordneten am Tag der konstituierenden Sitzung zuvor zu einem Gottesdienst ein, der dieses Mal in die Sankt Hedwigskathedrale in Berlin-Mitte stattfand. 

 

Ob die Gesamtzahl der Christen im Vergleich zum derzeit noch bestehenden Bundestags zu- oder abgenommen hat, wird erst in ein paar Wochen feststehen. Erst dann wird der freiwillige Eintrag der Abgeordneten zur Religionszugehörigkeit auf der Homepage des Bundestags vermerkt sein. Feststeht dagegen schon jetzt, dass es nur wenige Vertreter anderer Religionen gibt. Als Muslime gehören etwa die SPD-Abgeordneten Aydan Özoguz und Reem Alabali-Radovan sowie die Grünen-Abgeordnete Lamya Kaddor dazu.